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Schöne neue Welt: Teil II - Die Anführer der neuen Welt.

Aktualisiert: 9. Aug 2020

"Wenn die Welt gerettet wird, wird sie nicht von alten Köpfen mit neuen Programmen gerettet, sondern von neuen Köpfen ohne Programme."

Ich bin mir nicht sicher, ob der amerikanische Autor Daniel Quinn ahnte, wie zutreffend seine Aussage im Jahr 2020 sein wird.

Es ist an der Zeit diese alten Köpfe – die sich an die letzten kläglichen Reste vergangener Utopien klammern – zu überwinden. Denn ohne zeitgerechte humanistische Konzepte werden wir die grossen Herausforderungen, die das Fortbestehen unseres Planeten bedrohen nicht bewältigen können.



Der letzte Kampf der Dinosaurier.


Vor etwa 66 Millionen Jahren verschwanden schätzungsweise fünfzig Prozent aller Gattungen unseres Planeten. Es war das wohl berühmteste große Massenaussterben in der Geschichte der Erde. Das Kreide-Paläogen-Massenaussterben – das Ende der Dinosaurier.


In unserer heutigen Welt sehen wir eine andere Art, die dem Untergang immer näher rückt. Im übertragenen Sinne sind auch sie Dinosaurier: Die Anführer, deren Zeit lange vergangen ist, die sich durch alte, starre und destruktive Programme versuchen, an die Macht zu hieven, diese zu erhalten oder auszubauen und so ein Fundament der eigenen Unsterblichkeit zu legen.


Ein Profil.


Es geht ihnen dabei nicht um das Wohl oder die Evolution einer Gemeinschaft, soziologisches Wachstum, Gerechtigkeit, um eine Balance der Kräfte oder eine Weiterentwicklung des Bewusstseins. Ihnen geht es einzig und allein um den Selbsterhalt. Betrachtet man ihre Profile etwas genauer, ist auffällig, wie sich fast immer dasselbe Bild abzeichnet – sich gewisse Soziotypen wiederholen.


Ein Grossteil dieser Anführer will als hart, gerecht und als Verfechter von Werten wahrgenommen werden, die in der Vergangenheit mit Stärke assoziiert wurden, sich jedoch im letzten Jahrhundert gewandelt haben.

Ihre Selbstwahrnehmung fusst hierbei vor allem auf der Glorifizierung einer Männlichkeit, der weniger maskuline Eigenschaften zugrunde liegen, sondern hauptsächlich ein herrisches, chauvinistisches und sexistisches Männerideal.

(Man könnte jetzt spekulieren, inwieweit Traumata oder Minderwertigkeit hier eine Rolle spielen.)


Die Muster dieser Menschen jedenfalls sind fast immer dieselben. Werden sie angegriffen, agieren sie reaktionär und offensiv.

Ein weiteres Merkmal ist Chaos, welches von diesen Anführern bewusst implementiert wird. Ihre Nebelkerzen aus Desinformationen, Lügen oder auch mittels Denunzierung werden vorwiegend genutzt, um zu verschleiern, oder vom eigenen Versagen oder der eigenen Unfähigkeit abzulenken. Oftmals ist das Verhalten bereits pathologisch.


Das Humanismuskonzept: Vereinbarung.


Wenn wir ausschliessen wollen, dass es dieser Typus Anführer ist, der diesen Planeten in eine Zukunft führt, welcher ist es dann?


Bereits im ersten Teil dieser Artikelserie habe ich die kommenden Generationen hervorgehoben. Im Gegensatz zu den "alten weissen Männern/Frauen", sind sie sich eher der Zukunft und den Herausforderungen die vor uns liegen bewusst.

Wir müssen sie nicht nur ermutigen und unterstützen, sondern gleichzeitig einfordern, was wir nicht in der Lage waren umzusetzen. Machen wir uns nicht vor, wir haben bisher kläglich versagt, unser und das Fortbestehen unseres Planeten zu sichern und die nachfolgenden Generationen müssen es nun ausbaden.


Die Folgen werden sein, dass sich nicht mehr jede:r in unserer Gesellschaft entfalten kann wie er/sie es möchte. Die Vorstellung, dass jede:r mit grenzenlosen Privilegien leben kann und es hier keine Einschränkungen gibt, ist obsolet. Der Weg zu einer Zukunft für diesen Planeten, geht nur über einen massiven Wandel, der eine Bewusstsein voraussetzt, welches sich aus Verzicht, Konsequenz, Weitsicht und visionärem Denken zusammensetzt.

Das heisst, unter anderem, dass die Anführer:innen der neuen Welt einen Vertrag, eine Vereinbarung, eine Verpflichtung eingehen müssen.

Sie müssen sich dem Wohl aller verpflichten. Dies unabhängig von Grenzen, Länderzugehörigkeit, Staatsinteressen oder anderen Barrieren wie Religion.

Es muss eine Einigkeit erreicht werden, die die Menschheit als Ganzes wahrnimmt und deren Überleben und Fortbestand zur absoluten Priorität macht, inklusive der Ablösung von destruktiven und ideologischen Programmen, die keinen Mehrwert bieten.

Die Anführer der neuen Welt benötigen eine Vereinbarung, die vor allen Dingen Folgendes beinhalten sollte:

  • Befähige andere mit Deinem Wissen, damit ihr Licht erstrahlen kann.

  • Ermögliche allen ein einheitliches Wachstum unabhängig von Staat, Zugehörigkeit oder Religion.

  • Gehe alle Wege konsequent, aber mit Achtsamkeit und Weitsicht.

Den nur mit einem Leitfaden, entsprechendem Mindset und uneingeschränkter Verpflichtung, werden es die nachfolgenden Generationen vielleicht noch schaffen, zu verhindern, was wir und die Generationen davor mit Überheblichkeit, grenzenlosem Egoismus und fehlender Achtsamkeit in Gang gesetzt haben.

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