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Die Reproduktion des Seins.

Seit ca. 120.000 Jahren v. Chr. lebt der Mensch in der Annahme, das Universum, dass ihn umgibt, der Planet, auf dem er lebt, wie auch er selbst, seien die Resultate einer höheren Macht. Auf der Suche nach der Quelle der eigenen Existenz hat der Mensch unterschiedlichste Vorstellungen bemüht, um zu einer Antwort zu kommen. Erhalten hat er sie jedoch noch nicht. Vielleicht ist die Antwort aber auch viel simpler, als wir es uns überhaupt vorstellen können und es ist schlussendlich nur eine Frage der Perspektive.



Unsere Existenz im digitalen Zeitalter fusst auf Meinungen, bedingt durch Empfindungen, Vorstellungen und Interessen. Wir leben im System Erde in unterschiedlichsten Subsystemen, in denen wir versuchen, unser Sein in eine strukturierte Form, passend den Vorgaben, die wir uns selbst auferlegt haben, zu zwängen und diese zu rechtfertigen. Die natürlichen Systeme, Synergie- und Energiestrukturen, die uns umgeben, haben wir dabei weitgehend vergessen, verlernt oder unterdrückt. Die Fragen, was uns als Mensch wachsen lässt, was uns in unseren Stärken unterstützt im Einklang mit unserer Umwelt und wie wir uns transformieren können in einem Raum, der seine eigene Wahrheit, seine eigenen Strömungen hat, stellen wir uns gar nicht mehr. Unsere Evolution ist abgeschlossen.

Doch was ist das um uns herum, was wir so vehement verleugnen und nicht zu verstehen scheinen?


Die Theorie der Replikate.


Ich mag sechs oder sieben Jahre alt gewesen sein, als ich - getrieben durch meinen kindlichen Wissensdrang – eine Entdeckung für mich machte, die nicht aussergewöhnlich sein mag, mich jedoch damals zum Staunen brachte. Auch heute noch mehrere Jahrzehnte später fasziniert mich folgende Beobachtung: Die Flüsse unseres Planeten weisen, aus der Luft aufgenommen, eine sehr starke Ähnlichkeit zu den mikroskopischen Aufnahmen unserer Gefässe oder der Nervatur - der Aderung der Blätter auf. Wer aufmerksam den Kosmos studiert, welcher uns umgibt und dessen Teil wir sind, wird diese Analogien in vielen weiteren Bereichen identifizieren; sogar über die Grenzen unseres Planeten hinaus.

Ausgelöst durch diese Entdeckung, stellte ich mir schliesslich die Frage: Was heisst es, wenn sich wirklich alles wiederholt?

Was heisst es, wenn alles in der Welt - dem gesamten Universum – einer Wiederholung zugrunde liegt. Vom Mikroskopischen bis hin zum Unendlichen. Vom Unendlichen bis hin zum Mikroskopischen – die Reproduktion des Seins.

Und wenn es so sein sollte, welche Schlussfolgerung können wir dann daraus ziehen?


Das Lösen aus der Befangenheit.


Anders gefragt: Was heisst es, wenn wir uns einen Schritt zurückbewegen, akzeptieren, dass wir über Jahrhunderte einem falschen Weg gefolgt sind, beziehungsweise einfach nur falsch abgebogen sind? Wenn wir uns auf diese alten Pfade zurückbegeben, einsehen, dass Kapitalismus, das Streben nach mehr, das Streben nach Sicherheit weder zu Befriedung unseres Zivilisationsgeistes führt, noch die Grundlage unseres Überlebens oder der unserer Umwelt ist?


Was heisst es, wenn wir uns erlauben, zu verstehen, dass wir Teil von etwas sind, das keine allumfassende Analyse braucht, sondern einfach ist. Viel grösser als wir es jemals erfassen könnten, viel unendlicher, als wir es jemals vermögen werden zu abstrahieren?

Um überhaupt die Hürde zur existenziellen Unendlichkeit überwinden zu können, müssen wir uns zuallererst von unserer Befangenheit lösen.

Das heisst vor allen Dingen, dass wir uns vom Korsett der institutionalisierten Dogmen unserer Religionen und deren Missionare:innen trennen müssen und zulassen, dass eine Rückbesinnung zum Ursprünglichen stattfindet.


Der Geist, der alles durchdringt.


In den Kulturen indigener Völker, findet sich vielfach die Überzeugung, dass der Planet auf dem wir leben - ein selbstlebender Organismus - mit allem was auf ihm lebt und umgibt und natürlich auch mit uns selbst verknüpft ist, eine Einheit bildet.

Der Geist des Lebens, die Grosse Kraft, das Allumfassende Geheimnis ist, was durch alles fliesst, was alles verbindet, was alles entstehen und vergehen lässt.


Ja, vielleicht mag es der heutigen Komplexität – die wir erschaffen haben – nicht gerecht werden. Aber vielleicht ist es ja eben auch genauso einfach.

Vielleicht reicht es, zu verstehen, dass mehr existiert als wir jemals erfassen werden, aber das es für unsere Existenz keinen Unterschied macht, solange wir es akzeptieren: das Allumfassende Geheimnis.

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