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Meditation – ein Schlüssel zu Kreativität und wie sie uns in unseren Organisationen helfen kann.

Mehr denn je benötigt es in der heutigen Zeit neue Lösungsansätze und Methoden. Bewusstsein zu fördern gehört ebenfalls dazu. Doch während z. B. Yoga – wenn auch eher als Vitaltraining – bereits in einigen Unternehmen angeboten wird, ist Meditation hier eher selten bis gar nicht zu finden. Kann man Meditation überhaupt als erfolgreiches Werkzeug in unsere tägliche Arbeit integrieren? Und wenn, worauf muss dabei geachtet werden?


Gehrin, human centered, Technologie

Ein uraltes Werkzeug.


Das Industal in Pakistan – Archäologen entdeckten hier die wohl ältesten Hinweise auf Meditation. In der Wandkunst (Mohenjo-Daro Siegel) der Indus-Kultur, die etwa 2.500 v. Chr. entstanden ist, wird eine Figur in meditationsgleichen Pose dargestellt.* Weiterhin existieren etwa 3.000 Jahre alte indische Schriften, in denen bereits Meditations-techniken beschrieben sind.


Meditation ist also ein Werkzeug, das Menschen bereits seit Jahrtausenden nutzen. Auch die Mehrheit der grossen Weltreligionen haben die Grundkonzepte der Meditation im Verlauf der Jahrhunderte übernommen. Mögen die Methoden in den Kulturen variieren, weltweit glauben Menschen, dass Meditation ein wesentlicher Grundpfeiler der spirituellen Entwicklung ist.


Obwohl Yoga, Tai Chi und auch Meditation vielfach bereits den Weg in unser tägliches Leben gefunden haben, (wenn auch eher als Vitaltraining, Selbsterfahrungsmöglichkeit oder spiritueller Trend) fehlt Bewusstseinsförderung bisher flächendeckend in unserer Arbeitswelt. Die Gründe mögen Unsicherheit und Skepsis sein, da Meditation eher dem Spirituellen zugerechnet wird. Hinzu kommt, das aussagekräftige, wissenschaftliche Forschungsergebnisse, die die positiven Auswirkungen von Meditation auf das menschliche Gehirn zeigen, erst innerhalb der letzten zehn Jahren erfolgreich dokumentiert werden konnten.


Vom Ich-Zentrum (medial prefrontal cortex) zum Beurteilungszentrum (Lateral prefrontal cortex)


Namhafte Institute wie das Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissen­­schaften, wie auch das Bender Institute of Neuroimaging der Justus-Liebig-Universität Giessen, haben in Studien mithilfe von MRT-Technik aufgezeichnet, was sich innerhalb unseres Gehirns abspielt, wenn wir meditieren.

Bei regelmässigem Meditieren beginnt sich die starke, feste Verbindung zwischen dem Ich-Zentrum und den Zentren für körperliche Empfindung/ Angst aufzulösen. Hierbei wird unsere Fähigkeit, Angstgefühle zu unterbrechen verbessert. Wir springen also nicht direkt wieder auf ein Gefühl der Angst auf, wenn dieses getriggert wird, sondern erkennen die Empfindungen leichter, als das, was sie sind. Zudem bildet sich eine stärkere und gesündere Verbindung zwischen dem Beurteilungszentrum und den Zentren für körperliche Empfindung/ Angst. Erleben wir also etwas potentiell gefährliches oder ein körperliches Gefühl, reagieren wir nicht wie zuvor sofort, sondern sind in der Lage dieses Erleben aus einer rationalen Perspektive zu begutachten.

Zeitgleich wird auch unsere Empathiefähigkeit zunehmen, da die hilfreichen Aspekte des Ich-Zentrums, dem Teil, der an der Verarbeitung von Informationen zu Personen beteiligt ist, gestärkt wird.**


Eine Veränderung durch regelmässiges Meditieren, lässt sich ebenfalls bei unseren Gehirnwellen messen. Meditation ermöglicht es uns, von einer hohen in eine niedrige Gehirnwellenfrequenz überzugehen. Dies erfolgt von unseren Betawellen in unserem Wach-/Alarmzustand zu unseren Thetawellen im Meditationszustand. Der Wechsel zwischen diesen beiden Wellen, ge­schieht über unsere Alphawellen, sie fungieren hierbei als Brücke (Alphabridge).

Die Befähigung unseres Geistes.


Meditation ist kein Wundermittel, durch das wir von einer zur anderen Sekunde überragend kreativ werden, oder durch das sich all unsere Probleme in Luft auflösen. Langfristig kann sie aber durchaus ein Werkzeug sein, dass uns hilft, uns selbst in Balance zu bringen und zu halten, unsere Gedanken zu fokussieren und unsere Kreativität zu aktivieren bzw. zu verbessern. Das setzt aber auch regelmässige Praxis und entsprechendes aktives Handeln voraus.


"Veränderung wird nur hervorgerufen durch aktives Handeln, nicht durch Meditation oder Beten allein."- Dalai Lama

Durch regelmässige Meditation befähigen wir unseren Geist, konzentrierter und zielstrebiger zu Lösungen zu finden. Sie gibt uns die Möglichkeit unsere Gedanken ohne, ein "Hintergrundrauschen" zu strukturieren, und unserem Selbst und unserer Umwelt gegenüber bewusster zu werden. Hinzu kommt, dass sie unsere Fähigkeit der Empathie steigert.

Der Schlüssel zu Kreativität.


Meditation bedeutet langfristige Veränderungen und Effekte. Wer kurzfristige Erfolge oder Veränderungen erwartet, wird enttäuscht werden. Es geht beim Meditieren nicht darum, perfekte Ergebnisse zu erzielen, sondern sich zu einem Ergebnis hinleiten zu lassen, das nicht als definitiv gilt, sondern sich verändert und anpasst. Um Meditation konsequent einzusetzen, ist nicht nur ein essentielles Umdenken erforderlich, es benötigt neben Disziplin, Offenheit und Unvoreingenommenheit auch Geduld und Sensitivität. Vielleicht kommt es gerade deshalb bei der Idee, Meditation in eine Organisationsstruktur einzuführen, zu Widerständen oder Ablehnung.

Entscheiden wir uns aber dafür, Meditation in unserer Organisation einzusetzen, kann sie ein zusätzliches, sehr wertvolles und starkes Instrument im täglichen Arbeiten sein. Gerade in Zeiten mit hohem Stresslevel oder Unruhe ist sie ein Schlüssel zu Ruhe und somit nachfolgend zu Kreativität.


Die andere Seite der Medaille.


Bei allem Enthusiasmus; Meditation ist ein Werkzeug, das mit viel Achtsamkeit und Verantwortungsbewusstsein einhergeht. Meditation kann generell und gerade auch in Krisenzeiten tiefe Umwälzungen in einem Menschen bewirken. Damit die gute Intention am Ende nicht zum Albtraum wird und sogar Schäden verursacht, ist es um so wichtiger, eine:n geschulte:n Trainer:in/Lehrer:in/Coach:in in der Organisation einzusetzen.


Er/Sie muss nicht nur informieren und zusammen mit der Führungsebene die Strategie erarbeitet, sondern den gesamten Prozess (inklusive der Meditation) auch verantwortungsbewusst und vertrauensvoll steuern.


Zusammengefasst kann man aber durchaus sagen: Bewusst, achtsam und verantwortungsvoll eingesetzt, kann Meditation ein kraftvolles, kreativitätsaktivierendes und resilienzförderndes Werkzeug in unseren Organisationen darstellen.


*Quelle: https://www.indianculture.gov.in/museums/pashupati-seal

**Quelle: https://www.psychologytoday.com/us/blog/use-your-mind-change-your-brain/201305/is-your-brain-meditation