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"Wir brauchen eine kreative (R)Evolution!"

Krise, Lockdown, Pysical Distancing und Nachholbedarf in der Digitalisierung – die Herausforderungen, die uns zurzeit beschäftigen, erscheinen gewaltig. Langfristig gesehen, werden sie jedoch wohl noch viel monumentaler sein, wenn wir uns nicht anpassen. Was wir jetzt grossflächig benötigen, sind Kreativität, Innovationswillen und Lösungen, um uns das "Danach" zu ermöglichen. Eine kreative Revolution ist nötig – kein "La Grande Terreur"–, jedoch ein zentrales Umdenken. Eine Evolution unseres Bewusstseins.



Survival of the fittest? Mitnichten.


Jeder von uns, der schon einmal eine tiefe Krise erlebt hat weiss, im schlimmsten Fall kann sie uns lähmen und unsere Kreativität, Flexibilität und Lösungskompetenz komplett aushebeln. Oftmals gerade dann, wenn wir diese am dringendsten brauchen.


Arbeitet man sich zurzeit durch die unterschiedlichen Medien, spiegelt sich dieser Zustand der Krise hier eins zu eins wider.

Es wird bereits eindimensional von "Exit-Strategie" gesprochen, vom "Hochfahren der Systeme", einem "back-to-normal" und das, so schnell es irgend geht. Nur all zu deutlich tritt das klassische Phasenmodell der Veränderung/Krise dabei in Erscheinung. Wir wünschen uns sehnlichst ein Ende, befinden uns jedoch erst (oder immer noch) am Anfang.

Ja, es ist richtig und wichtig, dass wir uns dringend Gedanken machen, wie wir auf Dauer weitermachen. Wenn alles zusammenbricht, ist keinem von uns gedient. Weder der Wirtschaft, dem Gesundheitssystem, der Versorgung noch der Gesellschaft. Doch wirklich helfen kann es uns zum jetzigen Zeitpunkt nur, wenn wir uns einen Augenblick der stillen, nüchternen Analyse nehmen.


Die Meinung wieder dort anzufangen, wo wir aufgehört haben, ist nicht nur impulsiv, sondern auch schlichtweg utopisch. Rein menschlich gesehen und mit Blick auf die Phasen, ist der Wille nach einem schnellen Ausweg und zurück zu Bestehendem nachvollziehbar, aber eben nicht zielführend. Er führt uns nämlich geradewegs in eine Sackgasse hinein.


Jetzt geht es nicht ausschliesslich darum, Stärke oder Intelligenz zu zeigen. Es geht darum, sich der Situation zu stellen und sich den daraus resultierenden Veränderungen anzupassen.


"Es ist nicht die stärkste Spezies die überlebt auch nicht die intelligenteste sondern eher diejenige die am ehesten bereit ist sich zu verändern." Charles Darwin


Die Frage, die sich stellt, ist: Sind wir für diese teils massiven Veränderungen bereit?


Bewusstsein + Kreativität = Innovation und Resilienz.


Ja und nein.

Über die letzten Jahrhunderte haben wir zwar viel Kreatives und Innovatives geschaffen, aber leider haben wir uns auch – vor allen Dingen vom 19. Jahrhundert beginnend – in Ideen verrannt. Ideen, die kurzfristig sicher Sinn ergeben haben und ideal schienen, langfristig betrachtet allerdings extrem starr und unbeweglich daherkommen.

Begleitet von dem kontinuierlichen Drang nach Steigerung und Resultat.


Derzeit stehen Systeme und Modelle auf dem Prüfstand. Wie nachhaltig sind sie? Wie anfällig und wie krisenfest?


Jetzt muss es darum gehen, dass wir uns unsere menschlichen Eigenschaften zunutze machen, allen voran unser Bewusstsein. Es ist die Zeit, alternative Wege zu finden, neue Ideen zu implementieren und innovative Systeme zu schaffen, die sich langfristig und zukünftig modular erweitern lassen. Wir müssen unsere Kreativität und Mobilität aktivieren, um Innovationen zu generieren, die Resilienz erzeugen. Psychologische, wie auch soziologische. – das geht nur im Kollektiv.


Wir benötigen Menschen, die abstrakt denken und das weiter als nur für eine Legislatur. Individuen, die die Bedürfnisse der Menschen vor die Prozesse, Systeme, Methoden, Technologien und Ergebnisse stellen. Und nicht wie bisher, den Menschen und seine Umwelt als letzte in der Kette sehen.


Schritte dorthin, könnten so aussehen:


  1. Systeme, Modelle, Prozesse und Methoden zukunftsfähig und mit Bewusstsein entwickeln.

  2. Orientierungslosigkeit überwinden, indem wir Visionen erstellen, die nachvollziehbar und langfristig gedacht sind.

  3. Kreativität (Vorbereitung - Inkubation - Erleuchtung - Verifikation) nutzen, um Innovationen zu generieren, die Resilienz erzeugen.

  4. Identitätsgedanken abstreifen, um Variabilität zu ermöglichen.


Jetzt ist genau die Chance, all das für unsere Zukunft einzusetzen. Wir haben die Mittel und die Möglichkeiten. Machen wir etwas daraus.


*Quelle: On Death and Dying: What the Dying Have to Teach Doctors, Nurses, Clergy and Their Own Families , von Dr. Elisabeth Kübler-Ross

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