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Schöne neue Welt: Teil I - Zukunft Erde.

Aktualisiert: 9. Aug 2020

Wie geht es mit uns weiter, wo steuern wir hin? Schauen wir zur Zeit auf unseren Planeten, wird klar, dass die alten Systeme beginnen Risse zubekommen. Der Klimawandel, der Coronavirus und nun als letzter Tropfen im überquellenden Fass der Fehlfunktionen der Menschheit, der Tod des schwarzen US Amerikaners George Floyd, der zu massiven Protesten in der ganzen Welt führt. Was auffällt ist, dass vor allen Dingen die jungen Generationen ihre Stimmen erheben, wenn es um das Thema Zukunft Erde geht.



Ein Funken Hoffnung.


Wie Sie vielleicht auch, habe ich vieles in den letzten Monaten hinterfragt, infrage gestellt, wusste auf einiges keine Antwort, habe mich der Realität hingegeben oder mir vorgestellt, dass sich unsere Welt ändert – besser wird – und wir nicht mehr weitermachen wie bisher. Zudem habe ich mir Gedanken um die Komplexität der Welt gemacht, der wir uns – wie ich glaube – mit einer Rückkehr zur Einfachheit entledigen können. Ja, es gab immer wieder Erschütterungen und Umbrüche in der Menschheitsgeschichte, doch scheint jetzt die Zeit gekommen zu sein, dass ein gewaltiger globaler Ruck durch alle Menschen dieses einzigartigen Planeten geht, und der uns wohlmöglich auch auf eine höhere Bewusstseinsstufe katapultiert. Das jedoch nicht nur durch die nach wie vor bestehende Pandemie. Patrick Bayele, ein Protestorganisator (BLM) aus London, drückte es auf CNN so aus:"


... Es liegt etwas in der Luft in 2020..."*


Vielleicht ist das Jahr 2020 wirklich der Beginn für eine Evolution.


Die grundlegenden Probleme der menschlichen Spezies – die wir über Jahrhunderte ignoriert haben – treten in diesem Jahr eklatant hervor. Sie brechen als Spalten und Risse aus dem Mantel der Ignoranz, Intoleranz, gelebten Routinen, Verharmlosung und Gleichgültigkeit hervor, überwältigen uns und lassen uns verwirrt und durchgeschüttelt in der Ecke stehen.

Doch; auch wenn wir möglicherweise mit der Ungewissheit stärker konfrontiert sind als zuvor, gibt es einen Funken Hoffnung, wenn wir unseren Blick auf die künftigen Generationen richten.


Wir sollten uns klar machen, dass die Zukunft ihnen gehört, nicht uns. Haben wir die Hälfte unserer Lebenszeit überschritten, können wir uns einen Egoismus nicht nur nicht mehr leisten, sondern sollten uns auch Schritt für Schritt von der Bühne verabschieden und im Hintergrund Platz nehmen. Wir haben keinen Anspruch mehr auf unsere Rechtfertigungen oder einen ewigen Platz in der ersten Reihe. Das gilt für Politiker:innen, Unternehmer:innen Entscheider:innen und jegliche Menschen, die jenseits der vierzig, diesen Planeten und seine Vorzüge für sich beanspruchen. Unsere Pflicht ist es, kommenden Generationen mit unserer Wertschätzung unserem Wissen, aber auch durch die Anerkennung unserer eigenen Fehler zur Seite zu stehen. Wir sollten Ihnen zuhören und sie beraten – denn während unsere Zeit beginnt abzulaufen, hat ihre gerade erst begonnen.


Was in vielen indigenen Völkern auf der ganzen Welt seit ewigen Zeiten fest verankert ist, hat in unserer westlichen Welt keinen Platz mehr, oder ist in Vergessenheit geraten – wenn es denn überhaupt einmal existiert hat. Bei den Aborigines, Inuit, Navajo oder San, ziehen sich die alten Generationen irgendwann zurück und überlassen der jungen Generation das Feld. Doch sind sie nicht abgeschrieben oder verdrängt, ihr Auftrag im System der Gemeinschaft ist klar: Sie beraten, leiten und helfen den nachfolgenden Generationen. Ihre Aufgabe besteht unter anderem daraus, die Wurzeln der eigenen Kultur vor der Vergessenheit zu bewahren und die Verbindungen zu den Ahnen und der Natur, wie auch deren Wertschätzung zu erhalten.


Das alte Lied.


Wir haben keinen Bezug mehr zu Traditionen und Wurzeln, sind doch in unserer modernen Welt alle natürlichen Verbindungen zur Natur fast komplett gekappt.

Somit findet die Auseinandersetzung auf diesen Ebenen in unseren Breitengraden auch nicht mehr statt. Im Konstrukt unserer Lebensweise gibt es dennoch zwei Arten wie wir mit unseren Fehlfunktionen umgehen, besonders wenn es um die Brücke zu den nachfolgenden Generationen geht.


Nehmen wir z. B. Traditionen. Diese werden fast ausschliesslich dem Konservativen, dem Verstaubten oder dem Bedrohlichen zugerechnet, da sie viel zu oft von den Ewiggestrigen, oder den "neuen" Faschisten für deren krude Ideologien, Thesen und wirren Konstrukten missbraucht werden, um schlussendlich alles Fremde mit fadenscheinigen Argumenten zu denunzieren und zu eliminieren. Es geht hier nicht darum etwas Wertschaffendes oder Konstruktives zu erhalten, sondern darum, dass es der einfachste Weg ist, um sich anschliessend selbstzufrieden in der Opferrolle zu suhlen. Denn, das einziges Ziel dieser Gruppierungen ist es, so destruktiv wie möglich zu sein, um das eigene Wohlergehen zu schützen, und das auf Kosten aller anderen.


Ein anderes Beispiel sind die Bedürfnisse. Sobald etwas nicht den eigenen Bedürfnissen entspricht, findet eine Minimierung oder Abwertung statt.

Der Veränderungswille junger Menschen z. B. wird belächelt oder kleingeredet. Handelt es sich hingegen um ein Fehlverhalten, wird dieses als jung und naiv beschrieben. Vorwiegend dann, wenn das Unrechtsbewusstsein der jüngeren Generation der eigenen Agenda schadet, das eigene Verhalten, oder die eigenen Vorteilsnahmen entlarvt werden könnten. Ein wiederkehrendes Muster und eine Ablenkung, sobald klar wird, dass man das eigene Vergehen vorgelebt hat und selber bereits korrumpiert bis in die letzte Pore ist.


Können wir es uns leisten?


Wo uns durch Konditionierung, jahrzehntelange Routinen und eingeschliffene Denkmuster, die Fähigkeit für Visionen abhandengekommen ist, warten die jungen Generationen mit Vision auf, die sich um das Übergeordnete drehen. Oftmals weg von der Mikroebene, was für viele Menschen – gefangen in ihren Routinen – kaum fassbar ist.

Greta Thunberg, Malala Yousafzai oder Luisa Neubauer sind nur drei Beispiele von jungen Menschen, denen wir zuhören sollten, deren Anliegen und Visionen legitim sind und weit ab von einer Eigeninszenierung oder Ego-Optimierung liegen. Auch wenn Kritiker, Gegner und ein Grossteil der Medienwelt etwas anderes behaupten.


Wer etwas verändern möchte in dieser Welt, der muss mit Widerstand rechnen. Wenn diese Person dann zudem noch weiblich ist, leider umso mehr. Das Rollenbild ist fix und die, die sich durch eine Auflösung bedroht fühlen, werden es auch weiterhin versuchen am Leben zu halten und zu verteidigen, nur um dadurch der eigenen Belanglosigkeit im Universum noch irgend eine Bedeutung beizumessen zu können.

Zudem ist es bequem, einfach die Augen zuzumachen und die Realität zu ignorieren. Im eigenen Kopf, eingebettet von den Nebengeräuschen der Unvernunft und Banalität ist es leicht, Gründe zu finden, die gegen Innovation sprechen. Um so schwerer aber ist es, nicht müde zu werden und den eigenen Standpunkt wieder und wieder argumentativ auf dem Tisch auszubreiten und sich ebenfalls nicht davon beirren zu lassen, wenn andere die eigene Vision und den eigenen Antrieb attackieren und marginalisieren.


Am Ende stellt sich jedoch nur eine Frage:

Können wir es uns leisten, uns seelenruhig zurückzulehnen und zu sagen: "Die Zukunft, die nachfolgenden Generationen und das Fortbestehen des Planeten gehen uns nichts an?"


Wir können so weitermachen wie bisher, den Krieg, den wir gegen uns selbst führen, den werden wir jedoch gnadenlos verlieren.


*Quelle: https://edition.cnn.com/2020/06/07/world/global-floyd-protests-weekend-intl/index.html

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